Chemical Landmark 2013

Lonza – Ein Chemie-Pionier aus dem Oberwallis

Die Fachjury hat anlässlich ihrer Sitzung vom 7. Juni 2012 den Standort des Lonzawerks Visp als «Historische Stätte der Chemie» ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 26. September 2013 in Visp statt.

Das Oberwallis ist seit mehr als einem Jahrhundert eine Wiege der Schweizer Chemie. Das Lonza Werk Visp gehört zu den ältesten und wichtigsten chemischen Industriegeländen der Schweiz.

Das erste Lonza Werk wurde 1897 im Gampel erbaut (Copyright: Lonza AG)
Das erste Lonza Werk wurde 1897 im Gampel erbaut (Copyright: Lonza AG)

1897 nahm die Lonza AG das erste Industriewerk in Gampel in Betrieb. Mithilfe eines Elektrizitätswerkes am Fluss Lonza und dem vor Ort reichlich vorhandenen Kalk wurde Calciumcarbid, eine damals wichtige Lichtquelle, produziert. Dank eines grösseren Chemiewerks in Visp ab 1907 sowie intensiver Forschung und Innovation konnte das Angebot auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stetig erweitert werden. Heute bietet der Standort Visp ein breites Spektrum an chemischen und biotechnologischen Produkten und Dienstleistungen vom Dünger über chemische Zwischenprodukte bis hin zu hochkomplexen Pharmawirkstoffen. Der Standort Visp ist noch immer das grösste Produktionsgelände und eines der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungszentren der Lonza Gruppe und beschäftigt gegenwärtig rund 2700 Mitarbeitende, davon rund 300 Personen im Bereich von Forschung und Entwicklung. Dieser eindrückliche Aufstieg vom kleinen lokalen Chemiewerk zu einem globalen Konzern machen die Lonza seit mehr als einem Jahrhundert zu einem prägenden Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung im Oberwallis.

Produktion von Kalksalpeter (Copyright: Lonza AG)
Produktion von Kalksalpeter (Copyright: Lonza AG)

Die Auszeichnung fand am 26. September 2013 in Visp statt. An den Feierlichkeiten wurde eine Gedenktafel «Chemical Landmark» enthüllt und am Werkseingang in Visp angebracht.

Prof. Dr. Karl Gademann (Chemieprofessor an der Universität Basel und Präsident der «Platform Chemistry»), Prof. Dr. Paul Dyson (Chemieprofessor und Direktor des Institute of Chemical Sciences and Engineering der EPFL) und Raoul Bayard (Standortleiter Lonza Visp) unterstrichen in ihren Laudatien die wissenschaftliche und historische Bedeutung des Standorts Oberwallis.

Darauf wurde die Entwicklung der Aktivitäten am Standort Visp aus historischer Sicht präsentiert. Ein kurzer Film zeigte die Evolution des Standortes von 1897 bis 2013. Raoul Bayard (Site Manager Visp/Head Services EMEA) präsentiert eine Retrospektive über die Lonza und ihre Innovationen in den letzten 115 Jahren. Er betonte auch die Wichtigkeit des Berufsbildungssystems für die Firma und der starken Bindung zur lokalen Bevölkerung. Dr. Andreas Heyl (Head R&T and Regulatory Affairs) erklärte, wie Lonza durch Verwertung von Nebenprodukten und Methodenentwicklung ihr Portfolio vergrössern konnte. Iwan Bertholjotti (Global Head of Program Management Pharma Chemicals/Conjugates) gab einen Überblick über die neusten Methoden zur Entwicklung von «antibody drug conjugates».

Letztlich betonte Prof. Dr. Paul J. Dyson (Direktor des «Institute of Chemical Sciences and Engineering» der EPFL) in seiner Laudatio die Wichtigkeit der Chemie und Chemieingenieurwissenschaften, welche das alltägliche Leben stark prägen. Die historische Rolle der Firma für die Region Oberwallis und die Schweiz wurde ebenso erwähnt wie Lonzas Streben nach umweltfreundlichen Prozessen.

Die Gedenktafel wurde am Werkseingang an der Lonzastrasse enthüllt, wo sie jedermann zugänglich ist.

Copyright: Christian Pfammatter, Visp
Copyright: Christian Pfammatter, Visp

Medienmitteilung

Pressespiegel

- Basler Zeitung, 27.9.2013, S. 31
- Kanal 9 (Tagesschau)
- Walliser Bote
- Rhone Zeitung
- Radio Rottu Oberwallis
CHIMIA 2013, 67, S. 825

Ausschreibung

Nominieren Sie einen Ort für die «Chemical Landmarks»:

Jedermann – Chemiker oder Nicht-Chemiker, Historiker oder Nicht-Historiker – ist eingeladen, seine / ihre Nominierung bei der «Platform Chemistry» einzureichen. Senden Sie uns eine Beschreibung des Ortes mit detaillierten Informationen zur (chemie-)historischen Bedeutung (max. 3 A4 Seiten). Weitere Dokumentation (Bilder, Artikel, etc.) ist sehr willkommen.

Die Vorschläge werden von einer Jury aus Chemikern, Chemieingenieuren und Wissenschaftshistorikern evaluiert.

Kontakt:

SCNAT 
Platform Chemistry
Laupenstrasse 7
3008 Bern

chemistry@scnat.ch.com [ohne ".com"]