Environmental Humanities

Environmental humanities (A. Pouliot)
Environmental humanities (A. Pouliot)

Leitung: Marc Hall, Philippe Forêt und Christoph Küffer

Mitglieder: Norman Backhaus, Christoph Brunner, Flurin Condrau, Olivier Ejderyan, Rachel Falcooner, Johanna Fassl, Fabrizio Frascaroli, Flurina Gradin, Brack Hale, Dennis Hansen, Claudia Hegglin, Angelika Hilbeck, Katherine Horgan, Marc Hufty, Patrick Kupper, Lars Larsson, Franz Mauelshagen, Rachel Nisbet, Alison Pouliot, Simone Quatrini, Veronika Rall, Christian Rohr, Beni Rohrbach, Manuela Rossini, Rory Rowan, Philippe Saner, Juanita Schläpfer-Miller, Emily Scott, Dan Tamir, Yvonne Volkart, Caroline Weckerle, Caroline Wiedmer

Ausgangslage: Die ‘Environmental Humanities’ (Umweltgeisteswissenschaften) sind ein junges interdisziplinäres Forschungsfeld, welches die geisteswissenschaftliche Forschung zu Umweltproblemen koordinieren und stärken will. Mittels Konzepten und Methoden der Geisteswissenschaften sollen die kulturellen, sozialen, historischen, und philosophischen Dimensionen von komplexen Umweltproblemen untersucht werden. Die Vision des schnell wachsenden Forschungsgebietes ist es, effektive, nachhaltige und faire Formen der Gestaltung und Nutzung eines zunehmend vom Menschen geprägten Planeten zu entwickeln.

In den verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen – Geschichtswissenschaften, Ethnologie, Humangeographie, Kultur-, Literatur- und Kunstwissenschaften, Philosophie und Ethik, Sozialwissenschaften, Recht aber auch interdisziplinäre Forschungsfelder wie die Ethnobotanik – spielen umweltrelevante Fragestellungen seit langem eine wichtige Rolle. Die Vision gemeinsamer Theoriebildung und wissenschafts- und umweltpolitischer Institutionalisierung ist aber neuer. Die Naturwissenschaften sind integraler Bestandteil der Environmental Humanities, jedoch nicht als Disziplinen, welche die Herangehensweise an Umweltprobleme definieren, sondern als Partner, welche naturwissenschaftliche Beiträge zu einem geisteswissenschaftlichen Verständnis von Umweltproblemen erarbeiten.

Ausgewählte Themenfelder: Wichtige Problemstellungen der Environmental Humanities sind zum Beispiel:

  • Entwicklung von alternativen Perspektiven, Narrativen und theoretischen Zugängen zu Konzepten wie Vulnerabilität, Resilienz, Risiko, oder der Natur-Kultur-Beziehung, mit einem besonderen Augenmerk auf Reflexivität, historische Dimensionen und lokale Komplexitäten
  • Geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung zur Gestaltung von soziokulturellen Prozessen wie adaptives Management, gesellschaftliche Konsensbildung, und partizipative Problemlösung; inklusive Umgang mit Krisen und Katastrophen
  • Kritische Auseinandersetzung mit umweltwissenschaftlichen Diskursen wie zum Beispiel zu Ökosystemdienstleistungen oder dem Management von natürlichen Ökosystemen im  Anthropozän (‚Ecological Novelty’)
  • Lokales und traditionelles Wissen, und die Rolle von Metaphern und Narrativen bei der Erarbeitung und Kommunikation von heterogenem, unsicherem und kontroversem Wissen
  • Bewertungsfragen und ethischen Argumente

Ziele der Arbeitsgruppe: Im Frühling 2013 wurde die neue saguf-Arbeitsgruppe mit dem Namen ‚Environmental Humanities’ mit dem Ziel gegründet, die Umweltgeisteswissenschaften in der Schweiz zu stärken und zu vernetzen und gemeinsame Aktivitäten zu initiieren: regelmässige Treffen und Tagungen, Formulierung einer Forschungsagenda, Koordination und Ausbau von Lehrangeboten an verschiedenen Universitäten, Publikationen, und Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wie Vortragsreihen oder Filmzyklen. Die Arbeitsgruppe bringt interessierte Forschende aus den Geistes-, Sozial-, und Naturwissenschaften von möglichst vielen Schweizer Universitäten, und insbesondere von beiden Seiten des Röstigrabens, zusammen.

Aktuelle Aktivitäten: In einer ersten Phase will die AG Environmental Humanities die Chancen, welche die Environmental Humanities für die Weiterentwicklung der Lehre und Forschung in den Geisteswissenschaften in der Schweiz bieten, ausloten.

Anfangs 2014 publizierte die Arbeitsgruppe ein Thesenpapier zu den Perspektiven von Environmental Humanities, insbesondere in der Schweiz. Im Juni 2014 veranstaltete sie eine internationale Konferenz und Summer School zu „Environmental Humanities“ in der Schweiz. Symposium und Graduiertenkolleg sollen 2015 in einem Sammelband dokumentiert werden (siehe auch Hall und Kupper 2014).

Für 2015 und 2016 plant die AG EH mehrere öffentliche Veranstaltungen, wissenschaftliche Tagungen und Lehrveranstaltungen. Weitere interessierte Mitglieder sind herzlich willkommen.

Publikationen / Publications

  • Hall, M., Forêt, P., Kueffer, C., Pouliot, A., Wiedmer, C., 2015. Seeing the Environment through the Humanities A New Window on Grand Societal Challenges. GAIA 24/2: 134-136.(pdf)
  • Kueffer, C., Forêt, P., Hall, M. 2015. Developing the Environmental Humanities in Switzerland: An Evaluation of Opportunities, Challenges, and Priorities in Research, Teaching, and Institutional Support. Bern: Swiss Academy of Humanities and Social Sciences, pp. 49. (pdf)
  • Kueffer, C., Hall, M., Forêt, P. 2014. Environmental Humanities. SAGW Bulletin 4/2014, 31-32. (link)
  • Forêt, P., Hall, M., Kueffer, C. 2014. Developing the Environmental Humanities: A Swiss Perspective. GAIA 23 /1: 67-69. Article (pdf)
  • Hall, M. & P. Kupper (eds). 2014. Crossing Mountains. The Challenges of Doing Environmental History. RCC Perspectives 4/2014. (link)

Bestandesaufnahme zu Environmental Humanities in der Schweiz

In 2014 hat die Arbeitsgruppe eine Bestandesaufnahme zu Environmental Humanities in der Schweiz zu Handen der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) durchgeführt. Der Schlussbericht kann hier heruntergeladen werden (pdf). Ein Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung ist hier zu finden (link).

Slam "Anthropocene survival kit"

Am 13. Mai 2015 organisierte die Arbeitsgruppe an der ETH in Zürich einen slam zum Thema "Anthropocene survival kit. Preparing for an uncertain environmental future."

Weiterlesen: Blog-Beitrag zum Anthropocene Slam, ETH Zukunftsblog

Graduate Summer School and Symposium 2014

In June 2014, the group organized an international symposium and summer school at the Botanic Gardens of the University of Zurich from 16 to 21 June 2014. The two core themes of the event were „from the wild to rewilding” and “from collapse to post-collapse“ in natural and human systems. All living organisms today are survivors and even beneficiaries of previous collapse. As we approach future stages of urgent transition, now is a crucial moment to bring together diverse experts into new conversations.

About the event:
Abstract booklet (pdf)

Blog entries: H-Soz-Kult ; ETH Zukunftsblog

 

Kontakt

Marc Hall, Philippe Forêt und Christoph Küffer

  • Meldungen
  • Publikationen

Seeing the Environment through the Humanities: A New Window on Grand Societal Challenges
  • 2015

Seeing the Environment through the Humanities: A New Window on Grand Societal Challenges

The Environmental Humanities draw from insights of the human and natural sciences for proposing new concepts and solutions to society’s pressing environmental problems.
Developing the Environmental Humanities in Switzerland
  • 2015

Developing the Environmental Humanities in Switzerland: An Evaluation of Opportunities, Challenges, and Priorities in Research, Teaching, and Institutional Support

Solving or mitigating today’s environmental problems requires knowledge from the humanities, social sciences, and the natural sciences. This report focuses on the role of the social sciences and humanities in understanding of past, present and future human-environment relationships and informs about the current state and growth potential of the Environmental Humanities in Switzerland.